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Gelber Riese: Deutsche Post wird zur DHL AG

05. Mai 2026

Deutsche Post wandelt sich zur konzernführenden Marke DHL

Bonn — Der traditionsreiche Konzernname Deutsche Post wird auf Konzernebene abgeschafft. Die Hauptversammlung beschloss, die Holding künftig als DHL AG zu führen; die Eintragung ins Handelsregister ist für die zweite Jahreshälfte geplant.

Hintergrund ist die schrittweise Internationalisierung des Unternehmens nach dem Kauf des US-Logistikers DHL im Jahr 2002. Heute entfallen nur noch etwa ein Fünftel des Umsatzes auf das inländische Brief- und Paketgeschäft, während Express, Fracht und internationale Dienstleistungen den Schwerpunkt bilden.

  • Struktur: Die bisherige Deutsche Post AG wird künftig als inländische Tochter geführt und behält damit den operativen Post- und Paketbereich.
  • Ziel: Mehr Klarheit in der Konzerngliederung und stärkere internationale Wiedererkennung unter der Marke DHL.
  • Arbeitsalltag: Nach Angaben des Unternehmens ändert sich für Zusteller und Postmitarbeiter nichts an Aufgaben oder Beschäftigungsverhältnissen.

Konzernchef Tobias Meyer hatte bereits die Umbenennung des Markenauftritts 2024 mit dem Argument begründet, international mit DHL stärker zu punkten. Mit dem jetzt beschlossenen rechtlichen Umbau wird diese Marktausrichtung verbindlich: Die historische Marke Deutsche Post wird zur operativen Tochter, die Dachmarke DHL übernimmt die Führungsrolle.

Der Schritt steht für das Ende einer Ära und zugleich für die Fortsetzung einer Entwicklung, die das Unternehmen von einer nationalen Nachfolgerin der Bundespost zu einem globalen Logistikkonzern geführt hat.

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Sonderlösung gegen Postvakanz – Mobile Station sorgt zweimal wöchentlich für Service in Pottenstein

10. April 2026

Mobile Post-Station schafft kurzfristige Entlastung für Einwohner

Die Schließung der festen Postfiliale hat in der Felsenstadt eine Lücke gerissen, die nun zumindest teilweise geschlossen werden soll. Ein voll ausgestatteter Post‑Mercedes macht seit Kurzem zweimal pro Woche Halt und bietet Grunddienste direkt vor Ort an.

Die mobile Vertreterin der Post, Canan Savas, ist an zwei Tagen in der Woche jeweils eine Stunde lang mit dem Fahrzeug präsent. Immer mittwochs und donnerstags stellt sie gegenüber dem Juramar ein Angebot bereit, das Abgabe und Versand von Päckchen sowie Basisservice für Briefkundinnen und -kunden umfasst. Dazu zählt nach Savas Angabe unter anderem «einmal Päckchen M und einmal Päckchen S» für die wartenden Kundinnen und Kunden.

Bei der ersten Station zeigten sich Lokalpolitikerinnen und -politiker zufrieden, aber zurückhaltend. Stadträtin Birgit Haberberger und zweiter Bürgermeister Roland Lang wohnten dem Auftakt bei, ebenso die künftige Stadträtin Sabrina Bruckmayer und der regionale Politikbeauftragte der DHL Group, Vincent Ackermann. Alle betonten, dass die Lösung zwar willkommen, aber nur eine Übergangsregelung sei.

Bewohnerinnen und Bewohner reagierten überrascht positiv. «Heute ist der erste Tag. Ich hätte nicht gedacht, dass gleich so viele kommen», berichtet Savas und beschreibt die lebhafte Stimmung an der Haltestelle. Für viele ältere Menschen und beruflich eingespannte Haushalte bedeutet die kurzfristige Präsenz der mobilen Station eine spürbare Erleichterung.

Die Gemeinde beschreibt das Arrangement als «Sonderlösung», mit der Zeiträume ohne feste Postanschrift überbrückt werden sollen. Langfristig bleibt die Suche nach dauerhaften Optionen und möglichen Standorten ein Thema für die Kommunalpolitik und die Postdienstleister.

Die mobile Station ist nicht als Ersatz für eine reguläre Filiale gedacht, sondern als pragmatische Antwort auf eine akute Versorgungslücke. Ob das Angebot ausgeweitet oder die Präsenz verstärkt wird, hängt laut Beteiligten von Nachfrage und logistischer Machbarkeit ab.

Weitere Informationen zu Fahrzeiten und genauen Standorten vor Ort werden von der Gemeinde und dem Dienstleister regelmäßig abgestimmt. Für viele Einwohnerinnen und Einwohner der Region bedeutet die Post auf Rädern trotzdem ein Stück Alltag, das zurückkehrt.

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Rekord bei Postbeschwerden: Zahl der Meldungen steigt um ein Viertel

09. April 2026

Beschwerden über Post erreichen Rekordhoch

Bonn — Die Zahl der Verbraucherbeschwerden zu Postdienstleistungen ist 2025 auf einen historischen Höchstwert gestiegen. Die Bundesnetzagentur registrierte 55.395 Eingaben und damit rund 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Betroffen sind vor allem beschädigte Sendungen, falsche Zustellungen und lange Lieferzeiten.

In vielen Schilderungen berichten Empfänger von aufgerissenen Paketen, defektem Inhalt oder Sendungen, die beim Nachbarn oder an einer falschen Adresse landeten. Rund 90 Prozent der Beschwerden betreffen nach Angaben der Behörde den Marktführer im Inland. Experten betonen zugleich, dass die Zahl der Beschwerden im Verhältnis zur Gesamtmenge der Sendungen gering bleibt: 2025 wurden in Deutschland etwa 9,4 Milliarden Briefe und 4,5 Milliarden Pakete verschickt.

Die Deutsche Post weist auf diese Relation hin und erklärt, die Postversorgung in Deutschland funktioniere grundsätzlich sehr gut. Auf eine Million transportierter Sendungen entfielen nur etwa vier Beschwerden, so das Unternehmen. Zugleich räumt der Konzern ein, dass Fehler passieren können, und versichert, jede Meldung ernst zu nehmen.

Ursachen und Gegenargumente

Ein Postsprecher weist darauf hin, dass ein Teil der Beschwerden misszugeordnet sein könnte. So seien im vergangenen Jahr rund 800.000 sogenannte Fundbriefe registriert worden, also Briefe, die bei falscher Zustellung durch Dritte wieder in das Zustellsystem gelangt seien. In solchen Fällen hätten Empfänger möglicherweise irrtümlich den Eindruck gewonnen, die Post habe den Fehler verursacht.

Gleichzeitig verändert sich die Nachfrage: Während die Paketmengen wegen wachenden Onlinehandels zunehmen, sinken die Briefmengen durch Digitalisierung. Der Konzern befindet sich demnach in einem umfassenden Strukturwandel und investiert nach eigenen Angaben mehrere Milliarden Euro in modernere und leisere Infrastruktur.

Politische Reaktionen und Regulierung

Die Entwicklung sorgt in der Politik für Besorgnis. Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion mahnt, die Tendenz ernst zu nehmen, und fordert eine aktivere Aufsicht durch die Bundesnetzagentur. Die Behörde solle stärker vor Ort prüfen, ob die gesetzlichen Pflichten für die flächendeckende Versorgung mit Briefen und Paketen eingehalten werden.

Hinzu kommt, dass sich die Erwartungen der Kunden teilweise durch eine gesetzliche Lockerung der Zustellfristen verändert haben: Anfang 2025 wurde die Pflicht für die Zustellung von Briefen angepasst, sodass ein größerer Anteil innerhalb von drei Werktagen erfolgen darf als zuvor. Längere Wartezeiten werden von manchen Konsumenten daher eher als Qualitätsmangel empfunden, obwohl sie den neuen Vorgaben entsprechen.

Methodikwechsel könnte Zuwachs erklären

Die Bundesnetzagentur meldet zudem erste Zahlen für 2026: Im ersten Quartal gingen bereits 20.316 Meldungen ein. Allerdings ist seit Jahresbeginn ein neues Beschwerdetool in Betrieb, das das Melden per Multiple-Choice deutlich vereinfacht. Die Post äußert die Befürchtung, dass dadurch die Zahl nicht relevanter Meldungen steigen und die Statistik verzerrt werden könnte.

Experten und Politiker weisen darauf hin, dass viele Betroffene ihren Ärger wahrscheinlich gar nicht melden. Die registrierten Beschwerden dürften daher nur die Spitze des Eisbergs zeigen: Zahlreiche Verbraucherinnen und Verbraucher ertragen Unannehmlichkeiten, ohne formell Beschwerde einzureichen.

Die Branche steht vor der Herausforderung, trotz wachsender Paketmengen die Zustellqualität zu sichern und das Vertrauen der Kundinnen und Kunden zurückzugewinnen. Parallel dazu bleibt die Frage, wie viel von der steigenden Beschwerdezahl auf reale Leistungsverschlechterung und wie viel auf veränderte Meldewege zurückzuführen ist.

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Christian Schwarz‑Schilling gestorben — Postreformer und Balkanfriedensstifter

07. April 2026

Ehemaliger Postminister und Balkanfriedensstifter gestorben

Büdingen — Im Alter von 95 Jahren ist Christian Schwarz‑Schilling am Ostermontag im Kreis seiner Familie gestorben. Der langjährige CDU‑Politiker prägte die Debatten um Medien‑ und Telekommunikationsreform in Deutschland und machte sich später als internationaler Vermittler im ehemaligen Jugoslawien einen Namen.

Schwarz‑Schilling, 1930 in Innsbruck geboren, war Musiker und Sinologie‑Student, ehe er in die Politik wechselte. Als Bundestagsabgeordneter setzte er sich seit den 1970er Jahren für die Liberalisierung des Rundfunks ein. Nach dem Ende der sozial‑liberalen Koalition wurde er 1982 Bundesminister für Post und Fernmeldewesen. In diesem Amt leitete er einen langwierigen Reformprozess, der unter anderem die Grundlage für spätere Privatisierungen bei Post und Telekom schuf und ihm sowohl Anerkennung als auch scharfe Kritik einbrachte.

1992 entzog sich Schwarz‑Schilling teilweise dem innerparteilichen Kurs, nachdem er die deutsche Außenpolitik gegenüber dem zerfallenden Jugoslawien als zu zurückhaltend empfand; kurz darauf verlor er sein Ministeramt. In der Folge konzentrierte er sich auf Auswärtige Angelegenheiten, Menschenrechte und humanitäre Hilfe und erwarb sich in zahlreichen Balkanreisen internationales Ansehen.

  • 1995 wurde er offiziell als Vermittler für Bosnien‑Herzegowina berufen und kümmerte sich besonders um die Rückkehr von Bürgerkriegsflüchtlingen.
  • Ende 2005 wurde er Hohes Repräsentant der Vereinten Nationen in Bosnien‑Herzegowina; kurz darauf übernahm er auch Aufgaben als EU‑Beauftragter für das Land.
  • 2007 erhielt er den Hessischen Friedenspreis für seinen Einsatz in der Region.

Trotz seines Engagements konnten die tiefen Spannungen zwischen den Volksgruppen nicht vollständig beigelegt werden. Mitte 2007 übergab Schwarz‑Schilling sein Mandat an den slowakischen Diplomaten Miroslav Lajčák. Seine Parteifreunde würdigten ihn als Politiker mit Weitsicht, Prinzipientreue und internationaler Ausstrahlung; parteiübergreifend hob man seine Integrität und seinen Einsatz hervor.

Privat galt Schwarz‑Schilling als kulturinteressiert und musikalisch versiert, er blieb zeitlebens mit der Region rund um Büdingen verbunden. Sein Tod hinterlässt in der deutschen Politik und in den Kreisen, die ihn als Vermittler kannten, eine spürbare Lücke.

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