Postbank stellt Post- und Paketannahme am Marienplatz ein – Stadt übt scharfe Kritik
Zentrale Post- und Paketdienste verschwinden aus der Innenstadt
Schwerin • Ab Mitte Juni verändert sich ein alltäglicher Ablaufin der Landeshauptstadt grundlegend: Die Postbank-Filiale am Marienplatz 11 bleibt zwar offen, bietet jedoch künftig keine Post- und Paketdienstleistungen mehr an. Kundinnen und Kunden müssen Briefe und Pakete an anderen Annahmestellen abgeben oder auf Partnerfilialen ausweichen.
Die Umstellung ist Teil einer bundesweiten Neuausrichtung: In mehreren Standorten soll die Postbank stärker auf Finanzberatung konzentrieren und klassische Postservices auslagern. Ein Sprecher der Bank erläuterte, die Filiale werde künftig als «Beratungsfiliale» geführt und setze auf persönliche Beratung kombiniert mit digitalen Angeboten.
Welche Angebote bleiben erhalten
- Geldautomaten und Selbstbedienungs-Terminals bleiben vor Ort verfügbar.
- Persönliche Beratung zu Konten, Krediten und digitalen Bankdiensten wird weiterhin angeboten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen als Digital Coaches unterstützen.
- Ab Herbst ist eine Modernisierung geplant, inklusive neuem Servicepoint und einer Postbank Lounge für Beratungsgespräche.
Welche Alternativen es in Schwerin gibt
Für Postkundinnen und -kunden entstehen nun praktische Veränderungen: In Schwerin übernehmen unter anderem Partnerfilialen in der Lübecker Straße und in der Mecklenburgstraße die Annahme von Sendungen. Darüber hinaus gibt es mehrere DHL-Annahmestellen in der Innenstadt. Für regionale Versandoptionen wird als Alternative auch Nordkurier Brief und Paket genannt.
Die Umstellungen bedeuten für viele Nutzerinnen und Nutzer längere Wege und veränderte Öffnungszeiten. Besonders ältere Menschen und Menschen ohne digitalen Zugang sehen sich vor zusätzliche Hürden gestellt, weil Schalterdienste vor Ort reduziert werden.
Stadt kritisiert Entscheidung
Aus dem Rathaus kommt deutliche Kritik: Die Stadtverwaltung bemängelt, dass zunehmend zentrale Leistungen der Daseinsvorsorge in private Hände überführt würden. Bernd Nottebaum, stellvertretender Oberbürgermeister, forderte die Post auf, ihre Entscheidung zu überdenken und die Auswirkungen auf die Grundversorgung zu berücksichtigen. Er warnte davor, dass die Ausdünnung des Filialnetzes besonders für städtische Zentren spürbare Effekte habe.
Die Postbank betont dagegen, dass das Filialnetz nicht geschlossen, sondern nur anders ausgerichtet werde. Ziel sei es, Beratungsqualität vor Ort zu stärken und zugleich digitale Angebote auszuweiten.
Was Kundinnen und Kunden jetzt tun können
- Vor dem Filialbesuch prüfen, welche Partnerfilialen in der Nähe Pakete annehmen.
- Digitale Versandoptionen und Annahmestellen in Geschäften nutzen.
- Bei Unsicherheiten die Postbank vor Ort oder telefonisch kontaktieren, um individuelle Lösungen zu klären.
Die Umstellung am Marienplatz tritt am 16. Juni in Kraft. Die Stadtverwaltung kündigte an, das weitere Vorgehen und mögliche Ersatzangebote genau zu beobachten.

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