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Neues Planungswerkzeug ebnet KEP-Diensten den Weg für gewerbliche Lastenräder

29. März 2026

Planungstool soll Einführung von Lastenrädern in KEP-Betrieben erleichtern

Magdeburg, 26. März 2026 — Ein neues digitales Werkzeug soll Logistikunternehmen belastbare Entscheidungsgrundlagen liefern, damit gewerbliche Lastenräder dauerhaft in die Zustellpraxis integriert werden können. Im Forschungsprojekt CCB4U arbeiten der Radlogistikverband Deutschland e.V. und der Bundesverband der Kurier-Express-Post-Dienste e.V. gemeinsam mit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der Hochschule Anhalt an einer praxisnahen Lösung.

Das vom Bundesministerium für Verkehr geförderte Projekt zielt darauf ab, die Hürden bei der Implementierung von Commercial Cargo Bikes zu reduzieren. Häufig scheitern Einsätze nicht an der Idee, sondern an fehlenden Planungsgrundlagen und unklaren Wirtschaftlichkeitsdaten. CCB4U liefert drei aufeinander abgestimmte Module, die genau diese Lücke schließen sollen.

  • Simulationsbasiertes Vergleichstool zur Analyse realistischer Tourenszenarien und zur Gegenüberstellung unterschiedlicher Flottenkonfigurationen.
  • Wirtschaftlichkeitsrechner auf Basis von Total-Cost-of-Ownership, der Anschaffungs-, Betriebs- und Personalkosten transparent abbildet.
  • Umsetzungsleitfaden mit Empfehlungen von Personalqualifikation bis Infrastrukturplanung für den operativen Betrieb.

Die Projektergebnisse werden über etablierte Branchenplattformen wie den Radlogistikatlas und cargobikes4business verfügbar gemacht, um die Verbreitung bewährter Praxislösungen bundesweit zu fördern. Das Projekt läuft bis Mai 2027 und wird durch das Bundesamt für Logistik und Mobilität begleitet.

Andreas Schumann vom BdKEP betont die Bedeutung belastbarer Grundlagen für kleine und mittelständische KEP-Anbieter: «Wer Lastenräder ernsthaft einsetzen will, braucht vorab Klarheit über Wirtschaftlichkeit, geeignete Touren und den organisatorischen Aufwand. Pilotprojekte allein reichen nicht.»

Leon Imeri vom RLVD sieht die Kooperation als Signal für die Branche: «Die aktive Beteiligung klassischer KEP-Dienstleister zeigt, dass Radlogistik längst kein Randthema mehr ist, sondern Teil multimodaler Zustellketten.»

Die wissenschaftliche Leitung an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg sorgt dafür, dass das Planungswerkzeug an realen Daten und betrieblichen Anforderungen ausgerichtet wird. Pilotanwender aus der Branche sollen eingebunden werden, um Praxisbezug und Umsetzbarkeit frühzeitig sicherzustellen.

Mit dem Fokus auf zuverlässige Entscheidungsunterstützung und die Verbreitung erprobter Umsetzungsstrategien adressiert CCB4U zentrale Hemmnisse für die Skalierung nachhaltiger Citylogistik. Für viele KEP-Betriebe könnte das Tool den Unterschied zwischen Einzelprojekten und einer dauerhaften Umstellung auf emissionsarme Zustelllösungen bedeuten.

Hintergrund: CCB4U wird aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans 3.0 vom Bundesministerium für Verkehr gefördert. Projektträger ist das Bundesamt für Logistik und Mobilität.

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